Art. 3 GG – Wer gilt in unserer Gesellschaft als Mensch?

In Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetz können wir lesen:

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“

Wenn man sich unsere Gesellschaft unser Leben und die vielen Ausnahmen anschaut, muss man sich fragen wer per Definition eigentlich „Mensch“ ist.

Staatsdiener zum Beispiel können es nach Artikel 3 des GG eigentlich nicht sein, oder doch?

Ein Beispiel unsere Abgeordneten: Diese erwerben sich für eine kurze Dienstzeit im Bundestag Pensionsansprüche, von denen Normalsterbliche nur träumen können. Für nur vier Jahre ergibt sich für sie ein Anspruch von 767 Euro monatlich, nach acht Jahren liegt der Anspruch bereits bei 1.534 Euro und wenn sie es gar 28 Jahre lang aushalten, erhalten sie 5.176 Euro. Dafür müssen sie keinen einzigen Cent selbst als Vorsorge zahlen.

Zum Vergleich: Ein normaler Berufstätiger müsste in die gesetzliche Rentenversicherung 93 Jahre lang den Höchstbetrag einzahlen, um die gleiche Versorgung zu erreichen. Also: UNMÖGLICH.

Berufstätige können es also eigentlich auch nicht sein, oder doch?

Aber inzwischen können wir ja auch noch auf stolze fünf Jahre Hartz IV zurückblicken. Damit ist es in diesem Land gelungen langjährig Berufstätige auf ein ganz anderes Niveau zurückzustufen. Damit sie dem Steuerzahler nicht so zur Last fallen, wie die vielen Pensionäre aus Bund, Ländern und Kommunen dürfen Berufstätige die ihren Arbeitsplatz verlieren und länger als 1 Jahr arbeitslos sind (unabhängig davon ob sie vorher 1 Jahr oder 30 Jahre lang unsere Staatsdiener mitfinanziert haben) das was sie sich erarbeitet haben und für ihr Alter als Vorsorge betrieben haben, zum größten Teil aufbrauchen, bevor sie ein Existenzminimum erhalten, damit sie nicht ganz untergehen.
Die Chance – auch mit einem neuen Arbeitsplatz – nach mehr als einem Jahr Hartz IV je wieder an das vorher erarbeitete anzuknüpfen sinken mit jedem Lebensjahr. Je älter ein Berufstätiger ist, der in Hartz IV rutscht, desto unwahrscheinlicher, dass er je wieder ausreichend gut für sein Alter vorsorgen kann.


345 Euro „gönnt“ man Hartz IV Empfängern für ihr Existenzminimum zzgl. Kosten für angemessene Unterkunft mit Nebenkosten.

Zuviel zum Sterben, zuwenig zum Leben.

Aber auch das stimmt nicht immer. Denn es gibt ja noch Sanktionen. Die können bis zu 100 % des Regelsatzes und der Kosten für Miete und NK betragen. Wie sich das mit Artikel 1 des Grundgesetzes verträgt, scheinen sich in diesem Land schon lange viel zu wenige zu fragen.

100 % Sanktionen, die besonders häufig bei unserer Jugend (unter 25 Jahre) angewendet werden, bedeutet das Recht auf Leben abzuerkennen!

Das reicht aber noch nicht wirklich. Denn die neuesten Sparüberlegungen unserer Regierung beinhalten auch die Streichung der bisher minimal gezahlten Rentenbeiträge für Hartz IV Empfänger.  Hat man sie vorher schon gezwungen ihre ehemals erarbeitete Vorsorge auf ein Minimum zurückzufahren, bevor sie einen Cent für ihr Existenzminimum erhalten, möchte man sie nun für ihr Rentenalter nach Möglichkeit auch noch in Hartz IV verbannen.

Ist ja auch logisch, wenn man sich Studien über Lebenserwartungen und Depressionen anschaut.

„Reiche Frauen leben länger.“ oder „Beamte des höheren Dienstes haben eine längere Lebenserwartung.“

Das sind nur zwei Überschriften aus der Presse zu aktuellen Studien. Gleichzeitig werden die steigenden Kosten des Gesundheitswesens beklagt und der große Anteil für Erkrankungen wegen Depressionen. Wenn man ganz aufmerksam sucht findet man auch wenige Artikel, die das Thema Krankheit und Depression im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit beleuchten. Mit diesem Thema hat sich eine Studie des DGB befasst.

Die Spirale, in die ehemals Berufstätige durch Hartz IV geraten, kann nur abwärts führen. Im schlimmsten Fall in Krankheit und Tod.
Aber was tut diese Spirale unserer Jugend an? Sie nimmt ihr in Hartz IV
die Zukunft.

Wo bleibt unsere Verantwortung für unsere Jugend, für unsere Mitmenschen, für unsere Zukunft? Wie können wir zusehen und zulassen?

Hartz IV Empfänger können es im Sinne des Artikel 3 GG also gar nicht sein, oder doch?

Wer ist denn nun „Mensch“ im Sinne des Grundgesetzes und wo ist die Gleichheit?

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