Dürfen Hartz IV’ler endlich sinnvollen gemeinnützigen Tätigkeiten nachgehen?

Die Mehrheit der Bundesbürger würde eine Arbeitspflicht für Bezieher des ALG II begrüßen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Nachrichtenmagazin “Focus” in Auftrag gegebene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid. …  (Quelle:  Sozialleistungen.info)

Na, was hier als repräsentative Gruppe bezeichnet wird …? Ich war jedenfalls nicht dabei.

Das gleiche Medium, das die o.g. Umfrage in Auftrag gab berichtete im Juli 2010: „… sei im Jahr 2009 jeder dritte Widerspruch gegen Hartz-Bescheide erfolgreich gewesen. Danach hätten Langzeitarbeitslose insgesamt in 805 200 Fällen Widerspruch gegen ihre Bescheide eingelegt. 301 500 Widersprüche oder mehr als 37 Prozent seien erfolgreich gewesen. Außerdem hätten 142 700 Hartz-IV-Bezieher gegen ihre Bescheide geklagt. 55 800 hätten vor Gericht recht bekommen.“  (Quelle: focus.de)

Aber sehen wir das ganze doch mal positiv.

Wie wir aus dem oben Gelesenen interpretieren können, werden horrende Steuergelder für Widerspruchsverfahren und Klagen ausgegeben. Das wäre nicht nötig. Entgegen der Darstellungen in geBILDeten Tageszeitungen, gibt es unter Hartz IV Empfängern  viele Akademiker und gebildete Menschen, die dieser Steuerverschwendung entgegenwirken könnten.

Hier einige Vorschläge für deren Einsatz:

  1. Beistandschaften für vom Antragswesen überforderte Hartz IV Empfänger
  2. Unterstützung von Fallmanagern bei der Rechtsauslegung und bei der Bearbeitung der Bewilligungsanträge
  3. Mathematik- und Betriebswirtschaftskurse für Fallmanager
  4. Knigge-Kurse für Fallmanager „Achtungsvollen Umgang mit Mitmenschen“
  5. Crash-Kurse für Fallmanager „Der Kunde ist König“
  6. Überprüfung von Bildungsmaßnahmen auf Ihre Eignung zur Weiterqualifizierung des jeweiligen Hartz IV Empfängers
  7. Akquisition von Arbeitsstellen, die nicht unter 10 Euro Stundenlohn liegen, um den Steuerzahler langfristig zu entlasten
  8. Wiedereingliederungskurse für ehemalige Friedhofsangestellte, die als Fallmanager abgestellt waren
  9. Bewerbungstrainings für ehemalige Fallmanager, da die Anzahl aufgrund der vorher genannten Tätigkeiten drastisch reduziert werden kann.

Die Mehrzahl der informierten Leser wird das langfristige Einsparpotential für die Steuerzahler erkennen, das diese gemeinnützigen Tätigkeiten bieten.  Für alle Steuerzahler, die sich bisher nicht näher mit den Einsparmöglichkeiten befasst haben, füge ich ein paar Rechenbeispiele ein:

Klagen vor dem Sozialgericht:

142.700 Klagen in 2009

Ø 2.500 Euro Kosten je Verfahren = 356.750.000 Euro

entspricht 993.732,59 Regelsätzen für einen Alleinstehenden (á 359 Euro)

Am Beispiel Düsseldorf (angemessene Miete + NK u. Heizung + Regelsatz = 860 €):

34.568,8 Menschen hätten von den Klagekosten ein Jahr lang leben können!


Widerspruchsverfahren:

805.200 Widersprüche in 2009

301.500 Widersprüche davon erfolgreich

Ø 300 Euro Anwaltskosten (erfolgreiche Widersprüche)  = 90.450.000 €

entspricht 251.949,86 Regelsätzen für einen Alleinstehenden (á 359 Euro)

Am Beispiel Düsseldorf (angemessene Miete + NK u. Heizung + Regelsatz = 860 €):

8.764,5 Menschen hätten von den Klagekosten ein Jahr lang leben können!


Die Kosten für unsinnige Qualifizierungen ersparen wir dem deutschen Steuerzahler an dieser Stelle, um die Kosten des Gesundheitswesens nicht unnötig durch Herzinfarkte, Bluthochdruck, Magenbeschwerden, Übelkeit usw. in die Höhe zu treiben.