Multikulti ist tot – Hilfe … was jetzt – auswandern oder neue Partei gründen?

Seehofer meint Multikulti sei tot, Merkel erklärt Multikulti für gescheitert.

Das betrifft mich höchst persönlich, denn ich bin Multikulti und daran lässt sich nachträglich auch nichts mehr ändern. Ich bin tot? Gescheitert? Mehr zu meiner Geschichte und der Geschichte Deutschlands:

Bereits im  17. Jahrhundert war Deutschland ein Zuwanderer-Land. Damals wanderten rund 200.000 Hugenotten nach Deutschland ein, die sich perfekt integrierten. Sie brachten wertvolles Know-How in die deutsche „Wirtschaft“, wie etwa die Kunst des Schwertschmiedens, von der Solingens Klingenindustrie vielleicht erst die weltweite Anerkennung erhielt.

Meine Familie war eine der Einwanderer-Familien, die sich im Bergischen Land niederließ.

Ich bin ein „Migranten-Kind“!

Aber meine Familie hat sich, wie die 200.000 weiteren Einwanderer aus Frankreich, perfekt integriert. Wir durften unseren Glauben und unsere Bräuche weiter pflegen und wurden freundlich aufgenommen. Es gab ein natürliches Miteinander und einen Wissenstransfer, von dem unsere heutigen Politiker träumen.

Was ist bloß in Herrn Sarazin gefahren, der selbst einer Hugenotten-Familie entspringt?

Es scheint, als wenn die Politik dieses Landes ein gefährlicherer Virus ist, der das „Menschsein“ abtötet, sobald man sich auf sie einlässt.

Bisher war ich eher unpolitisch, obwohl ich mich derzeit frage, ob ich das bleiben kann und ob man diesen Virus nicht bekämpfen muss. Ich bin vielleicht ein Menschen- oder Völkerrechtler, aber die Sorte bewegt hierzulande nichts wirkliches.

Geboren wurde ich als Kind „anerkannt deutscher Eltern“, von denen ein Elternteil, meine liebe Frau Mutter eben dieser ehemaligen Migranten-Familie entstammt.  Aber damit allein wäre ich wohl noch nicht „multikulti“.

Wie so viele andere, war die Ehe meiner Eltern nicht fürs Leben geschlossen und meine Mutter heiratete ein zweites Mal, als ich gerade 3 Jahre alt war. Einen wirklich liebenswerten Mann, der für mich der Vater meines Herzen wurde. Er war staatenloserer Ausländer, ehemaliger Jugoslawe, dem als Königstreuem im Krieg nur die Flucht blieb, um zu überleben.

Wenn man jetzt denkt, mein Stiefvater wäre aufgrund seiner eigenen Geschichte Ausländern gegenüber voruteilsfrei gewesen: weit gefehlt.

Mein Vater (des Herzens), war im Krieg, als Tito sich in Jugoslawien mehr und mehr durchsetzte, in Gefangenschaft geraten. Es gelang ihm zu fliehen und so landete er in Italien. Das Glück war ihm nicht hold und auch dort geriet er in Gefangenschaft und erlebte nicht sehr erfreuliche Dinge.

Seine liebste Warnung vor Italienern (übrigens nach dem Krieg  1955 die ersten Gastarbeiter in Deutschland): „Pass auf die Italiener auf, die nehmen es mit meins und deins nicht sonderlich ernst.“

Aus Italien konnte er abermals fliehen und landete in Spanien. Dort fand er Freunde, die ihn aufnahmen und ihm weiterhalfen. Aber seine neue Heimat fand er schließlich als politisch verfolgter in Deutschland, wenn Spanien auch immer die zweite Heimat blieb. Dort verbrachte ich dann auch die Urlaube in meiner Kindheit. Ich lernte seine Freunde kennen und fand eigene Freunde.
Ich sprach die Sprache nicht, lernte aber schnell wenige Worte und eine andere Art der Verständigung zwischen Menschen, die nicht die gleiche Sprache sprechen.

Mein Vater (des Herzens) selbst gehörte zu den Multi-Talenten, die vom Hören jede Sprache lernen und sprach sieben Sprachen.

Es ist sicher diese Besonderheit, die den Menschen aus mir gemacht hat, der ich heute bin.
Der Vater meines Herzens hatte pechschwarze Haare und selbst für einen (ehemaligen) Jugoslawen eine ungewöhnlich dunkle Hautfarbe.
Wenn er mal einen Tag von der Arbeit frei hatte, fuhr er mich zur Schule. Ich genoß diesen kleinen Luxus und war stolz, von ihm zur Schule gefahren zu werden. Ich liebte ihn sehr und diese Liebe unterschied sich in keiner Weise von der Liebe, die eine leibliche Tochter ihrem Vater entgegenbringt.

Einige Schulkameraden, die mich mit meinem Vater sahen, sagten: „Dein Vater ist ja ein Kanacke.“

So erfuhr ich vor rund 40 Jahren, wie die Eltern meiner Mitschüler zu Hause über Ausländer dachten.

In der Mehrzahl waren die Ausländer dieser Zeit Gastarbeiter. Man betrachte dieses Wort … Ein Gast ist nur zu Besuch und geht wieder. Die zeitliche Befristung dieser Aufenthalte versäumte die deutsche Regierung jedoch und so fanden eben sehr viele dieser Gastarbeiter, die erst aus Italien, später aus Spanien und dann aus Griechenland, Türkei usw. kamen, hier eine zweite Heimat.
Hinzu kamen, ganz im Sinne unseres Grundgesetzes politisch Verfolgte, Asylanten.

Unsere Politiker versäumten bis in die heutige Zeit ein Integrationskonzept zu entwickeln, dass die Menschen unterstützt schnell unsere Sprache zu lernen und unsere Kultur kennenzulernen, damit sie sich – auch unter Beibehaltung eigener Bräuche und Religionen – integrieren können.

Mit den Italienern ging ich schließlich zur Schule und war mit ihnen – trotz der Warnung meines Vaters – befreundet. Einen Spanier habe ich geheiratet und mit ihm zwei Kinder in diese Welt gebracht. Die sind nun halb deutsch, halb spanisch und auf der einen Seite abstammend aus einer Hugenottenfamilie.

Ich bin Multikulti und ich bin nicht tot!

Aus meiner Geschichte lässt sich schnell erkennen, dass ich auf besondere Weise multikulti bin und dass ich jedem Menschen, egal welcher Nationalität offen begegne. Gute und schlechte Menschen gibt es in jeder Nation.

Meine liebste Freundin ist in einer deutschen Großstadt als Kind marrokanischer Eltern geboren. Ich kenne wenige Menschen, die das Herz so sehr auf dem richtigen Fleck haben, wie sie. Mein längster Freund (seit rund 40 Jahren) ist Italiener und wir sind, wenn das Leben sich mal wieder von seiner widrigen Seite zeigt, bis heute füreinander da.

Es gibt viele weitere Menschen aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, aus dem Libanon oder woher auch immer, denen ich zugetan bin, genauso, wie meinen deutschen Freunden.

Ich esse gern libanesisch, chinesisch, italienisch, spanisch, griechisch usw. – wie viele andere Deutsche auch.
Ich spreche ein klein wenig italienisch, etwas spanisch und auf türkisch kann ich bis sechs zählen. Das kommt vom gemeinsamen „Mensch ärgere Dich nicht“ spielen.
All diese Menschen sind meine Mitmenschen, mein Mitbürger in diesem Land oder auch die Menschen, die ich in ihrer Heimat besuche, in der ich dann Ausländer bin.

Und jetzt kommen Merkel und Seehofer und erklären mulitikulti für tot.

Meine Kinder sind Halbspanier, besuchen das Gymnasium und eine Berufsfachschule auf dem Weg zum Abi und Fachabi. Das natürlich ganz entgegen der Propaganda, die hierzulande von den gekauften Medien und der Politik zu den bildungsfernen Schichten gemacht wird. Denn: ihre Freunde sind Deutsche, Iraner, Afganen, Italiener und was weiß ich, die auch genau die genannten Schulen besuchen.

Unter Ihnen sind auch Islamisten!

Einer davon sorgt regelmäßig dafür, dass meine Tochter im Dunkeln sicher nach Hause kommt und ihm ist wichtig, was ich von ihm denke.

Lauter Multi-Kultis …

Wenn man Merkel und Seehofer und deren Vasallen ernst nimmt, bleibt uns allen wohl nur die Wahl: Auswandern oder eine Multi-Kulti-Partei gründen und mit dieser die Einhaltung des Grundgesetzes einfordern!

Aber da ist noch etwas ganz und gar Unverständliches: Aufgrund des Fachkräftemangels und der Auswanderungswilligkeit gut ausgebildeter Deutscher rufen Politik und Wirtschaft nach Zuwanderung von Fachkräften.

Mal ganz ehrlich liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen: Wer will denn nach den Aussagen  unserer Politiker noch nach Deutschland kommen?

Sollten wir nicht für die Herren und Damen Politiker die netten Angestellten des Gesundheitswesens bestellen, die immer mit den passenden weißen Jäckchen zur Abholung kommen?

Man will uns allen Ernstes per Medien- und Politik-Propaganda verkaufen, dass die Zuwanderung an der hohen steuerlichen Belastung für „das Sozialsystem“ scheitert …

Für wie dumm halten deutsche Politiker das Volk, von dem sie nicht mehrheitlich in diese Regierung gewählt wurden?