Testgruppen für Grundrechtsbeschneidungen

Es ist erstaunlich, wie wenig bei der Meinungsmache zu Hartz IV und Niedriglöhnen durch Politik und Medien erkannt wird, dass hier die Akzeptanz von neuen Beschneidungen der Grundrechte getestet wird, die früher oder später uns alle treffen werden.

Sind die 10 Mio. Mitbürger, die zur Gruppe der Hartz IV Empfänger und Niedriglöhner gehören nur die Testgruppe?

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Mit dem Argument „Lohnabstandsgebot“, das es per se gar nicht geben kann, wenn keine existenzsichernden gesetzlichen Mindestlöhne beschlossen werden, hält man hetzpolitisch bereits lange Zeit  diese beiden Gruppen in Schach und spielt sie permanent gegeneinander aus.

Was aber mit ein wenig Recherche aufgedeckt werden kann: Die Absenkung der Löhne und des Existenzminimums wurde von Wirtschaft und Politik lange und von verschiedensten Organen vorbereitet. Ein Beispiel haben wir hier gefunden: IFO

Für eine solch menschenverachtende Politik zu Gunsten der Wirtschaft gehört aber auch die Akzeptanz der übrigen Bevölkerung. Bertelsmann und Co., die gern, die Politik von heute und morgen beeinflussen, lassen grüßen.
Es ist bequem sich die mögliche eigene Meinung durch die bevorzugte Presse servieren zu lassen …  Das sind wir Deutschen doch seit 60 Jahren so gewohnt.

Aber es wird Zeit, dass wir alle überlegen, welche „Presse“ oder besser gesagt „Informationsquelle“ wir künftig wählen.

Der Springer Verlag beschäftigt da auch einige Schreiberlinge, die versuchen die Toleranzschwelle zu erhöhen, damit Hartz IV Empfänger noch weiter mit der kleinen Gruppe der ewig arbeitsunwilligen / – unfähigen auf eine Stufe gesetzt werden.  Der Artikel „Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben!“ ist ein Zeichen dafür.

Dem Himmel sei Dank: Inzwischen wachen mehr und mehr Menschen auf und durchschauen das menschenverachtende Spiel. Wenn man die Kommentare unterhalb solcher Artikel liest und auch in den vergangenen Monaten konsequent gelesen hat, bemerkt man einen Wandel.

Hoffen wir, dass unsere Mitmenschen aufgewacht sind und wir gemeinsam unser Grundgesetz schützen, damit auch morgen noch jedem von uns das gleiche Recht zugesteht.

„Füge niemals einem anderen zu, was Du nicht willst, dass Dir man tu.“ Ein Spruch, den ich aus meiner Kindheit mitgenommen habe.

Die „Testgruppe“ wird gerade ausgeweitet. Gestern Hartz IV, heute Migranten, morgen alle Ausländer, übermorgen Du!

Seid wachsam liebe Mitmenschen und sprecht ruhig ab und zu einmal Eure türkischen Nachbarn freundlich im Supermarkt an, ganz unabhängig davon ob die Dame Mantel und Kopftuch trägt und Sie selbst vielleicht ein Kreuz an der Kette haben. Freundliche Worte und ein Lächeln überwinden geistige Schranken und sorgen für schöne Überraschungen.

Auch die türkische Mutter hat bemerkt, dass der Salat doppelt so teuer und nur halb so groß ist. Es gibt viele weniger was uns alle trennt und viel mehr, was uns alle verbindet, als wir an Äußerlichkeiten erkennen könnten.