Psychosoziale Lage unserer Gesellschaft und Hartz IV

„Circa 30 % der Bevölkerung leiden innerhalb eines Jahres an einer diagnostizierbaren psychischen Störung.“

„Am häufigsten sind Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen und Suchterkrankungen.“

Diese Sätze sind ein Warnsignal für unsere Gesellschaft. Entnommen habe ich sie einem Aufruf den Fachleute gestartet haben, die beruflich die Verantwortung für die Behandlung seelischer Erkrankungen und den Umgang mit psychosozialem Leid in unserer Gesellschaft tragen.

Woher kommt diese Entwicklung, was löst sie aus?

Wir leben gegen unsere innere Wahrheit. Immer mehr äußere Einflüsse bestimmen und verändern unser Leben ohne dass wir selbst den notwendigen Einfluss darauf nehmen können.

Am deutlichsten erkennt man diese Entwicklung vielleicht aktuell an Hartz IV. Die Menschen in Hartz IV unterliegen einem Zwang, der sich nicht mit unserem Grundgesetz vereinbaren lässt und trotzdem schreitet niemand ein. Niemand verteidigt für uns alle diese Grundrechte.

Die wenigsten führen sich vor Augen, dass fast jeder berufstätige Mensch in Deutschland sich immer nur rund ein Jahr von Hartz IV entfernt befindet (oberste Führungselite ausgenommen).

Eine Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat aufgezeigt „Arbeitslosigkeit macht krank“.

Aber nicht nur Hartz IV sorgt für zunehmende psychische Erkrankungen. Die BPtK-Studie zu psychischen Belastungen in der modernen Arbeitswelt zeigt die Zunahme psychischer Erkrankungen in unterschiedlichen Berufsgruppen auf.

Aber auch die Suizid-Zahlen und die Zunahme von Depressionen unter Schülern und alten Menschen zeichnen ein dunkles Bild unserer Zeit.

Liegt es daran, dass gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen nicht mehr das Individuum Mensch berücksichtigen, dass in der Mehrzahl soziale Kontakte, Anerkennung, „Wurzeln“ zum Leben benötigt?

Bei allen technischen Fortschritten und wirtschaftlichen Entwicklungen wurde die Rechnung ohne den Menschen gemacht. Sein Potential wird nur noch als Ware gehandelt, seine Natur und Persönlichkeit permanent vernachlässigt.

Globalisierung – Berufliche Mobilität – Fehlende soziale Kontakte  / Vereinsamung – unklares Rollenverständnis (Mann-/Frau-Bild, Familie) – Anerkennung fast ausschließlich über den Beruf – Solidarität – Gemeinschaften, die Halt geben – Armut  bzw. die Schere zwischen Arm und Reich

Das sind einige Stichworte, über die  in Anbetracht der psychosozialen Entwicklung gerade auch in der Politik unseres Landes nachgedacht werden müsste.

So endet der Aufruf aufgrund der psychosozialen Lage in unserem Land dann auch mit dem Satz:

Wir benötigen mehr Herz für die Menschen.

Alle, die in Bereichen berufstätig sind, in denen Ihnen diese Entwicklung tagtäglich vor Augen geführt wird, sollten diesen Aufruf mit unterzeichnen.

Hier geht es zur Website des Aufrufs. http://www.psychosoziale-lage.de/