Julien Assange (Wikileaks) – Held, Revolutionär, Verfolgter, Retter der „normalen“ Menschen?

Wer immer dieser Julian Assange, Gründer von Wikileaks, auch ist und was ihn motiviert: Mut hat er. Mut der allen „Menschen“ dieser Welt Hoffnung macht.

Unter Politikern, demnächst sicher auch Bankern, ist er sicher inzwischen der meistgehasste und gefürchtete Mann dieser Welt.  Unter den Menschen, die keinen Glauben mehr daran haben, das Politiker zum Wohl des Volkes agieren, das sie einst gewählt hat, hat er sich zumindest Achtung erworben und Hoffnung geweckt. Die Hoffnung darauf, dass sämtliche Korruption ans Licht kommen wird und allen Beteiligten nur noch der Rücktritt bleibt.

Es stellt sich die Frage: Ist sein Tun illegal? Nach welchen Gesetzen, welchen Landes können Richter im Auftrag der Politiker einen Mann verurteilen, der Wahrheiten veröffentlicht, die er selbst nirgendwo entwendet? Ist die Aufklärung seiner Mitmenschen über das tatsächliche Geschehen eine Straftat? Oder ist nichts davon eine Straftat für die man ihn belangen könnte?

Seit etwa zwei Monaten grassieren nun die Nachrichten über einen in Schweden vorliegenden Haftbefehl, wegen angeblicher Vergewaltigung und sexueller Belästigung zweier Frauen gegen ihn. Assange selbst wies alle Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als Teil eines vom US-Verteidigungsministerium gesteuerten Komplotts gegen ihn. Liest man diesen Artikel im Stern über die bisherige Abfolge, mag man Julien Assange Glauben schenken.

Aber eins kommt einem direkt in den Sinn: Wo bleibt hier die Unschuldsvermutung? Es erinnert ein wenig an den Fall  Tauss in unserem Land, dessen Karriere man durch verfrühte öffentliche Anschuldigungen abrupt beendete und somit den Einfluss eines „unbequemen“ Politikers unterband.

Aber all das passt in diese Zeit, in der man täglich mehr versucht die Freiheit der Menschen einzuschränken. In unserem Land hat das Grundgesetzt schon längst seinen ursprünglichen Wert verloren. Der Gleichheitsgrundsatz gilt eingeschränkt, denn manche sind gleicher als andere. Die Würde des Menschen ist nur noch vorhanden, solange er einen gut bezahlten Job hat und Volksverhetzung ist längst salonfähig und straffrei. Der neueste Coup heißt

„JMStV – Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“

Die, die nicht wachsam genug waren (ich selbst gehörte bis heute auch dazu), können die Folgen dieses Monstrums in einem Artikel bei t3n.de nachlesen. JMStV ist übersetzt nichts anderes als die Einschränkung der Pressefreiheit im Internet und möglicherweise das Ende der Bloggerei und der freien Kommunikation.

Das Ende der Demokratie in Deutschland durch die Hintertür?

Übertrieben ist diese Frage bestimmt nicht, wenn man sich die unverhältnismäßig hohen Strafen bei fehlerhafter Kennzeichnung betrachtet:  Fehlerhafte Kennzeichnung bedeutet eine Ordnungswidrigkeit und kann ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro erhalten § 20 Abs.3 JMStV-E. Ebenso möglich ist die Sperrung des kompletten Angebotes (§ 20 Abs.4 JMStV-E in Verbindung mit § 59 Abs.3 Rundfunkstaatsvertrag).

Es scheint so, als wenn wir alle sehr schnell noch sehr viel mehr Julian Assanges in dieser Welt brauchen, wenn sie für uns lebenswert bleiben soll.

Lieber Gott, gib diesem Mann die Kraft und den Mut für uns alle noch eine Zeit durchzuhalten. Wer immer er auch ist, er steht da vorn für unser aller Freiheit und Menschenwürde ein wildstar gold.

Einst gab es dank der Kirchen, die unsere Relgionsvertretungen darstellten einen in regelmäßigen Zeitabständen wiederkehrenden Schuldenerlass, damit Friede und Gerechtigkeit im Volk erhalten bliebe. Heute machen Politiker im Namen des Volks schulden, dass nicht einmal darüber mitzuentscheiden hat. Einige Möglichkeiten wurden sogar unter absoluter Geheimhaltung und ohne Mitspracherecht vieler unserer Volksvertreter eingeführt. Gott steh uns allen bei …