Stell Dir vor morgen ist Wahl und keiner geht hin …

… und wir organisieren statt dessen eine Großdemo für wahre Demokratie! 🙂

Ein großer Teil der Bevölkerung ist politikmüde und die Wahlbeteiligung wächst gerade erst durch Stuttgart 21 und die Atomdebatte wieder ein wenig an. Man kann sie ja verstehen, die Nichtwähler. Auch wenn wir wissen, dass nicht wählen die stärkt, die wir nicht wählen wollen.
Klar, wir können eine kleine Partei nach dem Motto „wer am wenigsten Schaden anrichten kann“ wählen, um den etablierten Parteien Stimmen zu entziehen.

Aber eine echte Alternative finden die Politikmüden nicht.

Woran liegt das? Sicher in erster Linie daran, dass wir nicht direkt unsere Vertreter wählen können, die wir nach Vita, Persönlichkeit und Zielen für unsere Gesellschaft auswählen können. Wir wählen  statt dessen in der Regel Parteien und Lobbyismus.

Was wäre wenn sich nicht Parteien zur Wahl stellen – sondern gestandene Persönlichkeiten um politische Ämter bewerben, dafür ihre Vita und ihre Ziele für die Gesellschaft veröffentlichen und dann für ein Amt gewählt werden können?

Und was wäre wenn das Volk jederzeit das Recht hätte Politiker abzuwählen, weil sie offensichtlich nicht mehr die Interessen des Volkes vertreten und bei Abwahl während einer laufenden Regierungsperiode der Kandidat mit der zweithöchsten Stimmenanzahl nachrückt?

Was wäre wenn sich unsere so gewählten Volksvertreter einmal wirklich als diese beweisen müssten?

Und was wäre wenn wir als Volk zu allen wichtigen Entscheidungen (kostenintensive oder zukunftsrelevante) unsere Stimme abgeben würden, damit der Volkswille jederzeit aktuell in Entscheidungen einfließt?

Was wäre wenn wir endlich wahre Demokratie ausüben, denn das Wort Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Volksherrschaft“?

Demokratie ausüben heißt Verantwortung übernehmen und es heißt auch sich bewusst zu machen, dass wir alle ungeachtet unserer Herkunft oder unseres aktuellen Einkommens ein Volk sind.

Das hieße sicher auch, dass sich Unternehmen in Deutschland endlich bewusst werden sollten, dass sie am Ende – wenn sie sich gegen den Volkswillen stellen – gar nichts sind.

Die Wirtschaft ist für den Menschen da. Er ist der Abnehmer der Produkte und Dienstleistungen. Und nicht umgekehrt.

Der Mindestlohn für Arbeit muss sich deshalb, wenn wir alle uns als ein Volk verstehen, immer an dem orientieren, was einem Menschen für ein Leben ohne Not zur Verfügung stehen muss.
Dabei geht es nicht darum, was er einmal gelernt hat. Es ist egal, ob er von morgens bis abends Steine von rechts nach links stapelt oder im Park die Papierchen aufspießt, die wir in Missachtung unserer Umwelt unterwegs haben fallenlassen. Im Gegenteil – er müsste wohl höher bezahlt werden, weil sein Einsatz aufgrund unserer persönlichen Schwächen erfolgt.

Moralisch/ethisch betrachtet darf die Vollzeit-Arbeit eines Menschen niemals unter dem Standard eines einfachen aber sorgenfreien Auskommens entlohnt werden.

Wir haben diese Linie längst überschritten. Mit der Einführung von Hartz IV wurde das Lohnniveau einfacher Jobs (z.B. in der Zeitarbeit) auf das ehemalige Sozialhilfe-Niveau gedrückt und unsere heute alimentierten Menschen erhalten weniger als das Existenzminimum. Die Teuerungsrate ist dabei nicht berücksichtigt.

Zum Leben zu wenig und zum Sterben zuviel? Stimmt nicht immer, dank  der menschenunwürdigen und mit dem Grundgesetz nicht konform laufenden Sanktionierungen bleibt denen, die weder Stehlen noch Betrügen wollen manchmal nur noch der Freitod.

Wir alle tragen an dieser Entwicklung Mitschuld. Weil wir nicht aufbegehrt haben, weil es uns ja nicht betraf, weil wir kein Interesse für das Wohlergehen unserer Mitmenschen zeigen, weil wir nicht verstehen, dass all das nur ein Ziel hat: Die Bevölkerung aufzuspalten. Denn ein Volk, dass nicht mehr einssein kann, kann auch nicht mehr demokratisch handeln.

Wenn wir diesen Gedankensprung nicht schaffen, sind wir gesellschaftlich, politisch mit unserer Welt und unserer Mutter Erde längst im End-Game…