(S)ChaföG – Die neue Chance ins Abseits befördert zu werden

Wenn sich unsere Politiker darüber wundern, dass zu wenig qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zuwandern, dann sollten sie vielleicht langsam darüber nachdenken, ob wir ein SpraföG (Sprachvereinfachungsförderungsgesetz) brauchen.

(S)ChaföG (Chancenförderungsgesetz) ist eine neue Idee das Image unserer Frau von der Leyen aufzupolieren. Hartz IV ist unbeliebt geworden und ist so ungeeignet für die gönnerhaften Heldentaten einer Frau von (Ober)Welt. Die Leiterin des Redaktionsstabes Rechtssprache beim Bundesministerium der Justiz, Stephanie Thieme, stellte deshalb im Interview mit REGIERUNGonline die neue Kreation vor.

Der Name ist wirklich kreativ, denn 6,7 Mio. Menschen erhalten vom Staat die Chance ins Abseits befördert zu werden. Viele weitere sind nahe daran fairerweise die gleiche Chance zu erhalten.

1,7 Mio. Kinder bzw. noch mehr erhalten rückwürgend ab Januar 2011 die Chance mit Bildungsgutscheinen  auch in der Schule, bei ihren Mitschülern oder im Sportverein bei ihren Sportskollegen in das von der Ministerin gewünschte „Ansehen eines Kindes saufender unfähiger Eltern“ befördert zu werden.

Aus dem ehemaligen Witz „Lieber Gott, erhalte meinem Vater und meiner Mutter die Arbeitskraft“ wird für Kinder aus Hartz IV Familien vielleicht ein wirkliches Gebet: „Lieber Gott erhalte meinem Vater und meiner Mutter die Kraft sich den Beitrag für den Sportverein oder die Nachhilfestunden auch weiterhin vom Munde abzusparen“.

Es gibt zwar weiterhin nicht mehr und gesünderes Essen zu Hause und es gibt auch im nächsten Winter keine wirklich warme Jacke und schneefeste Schuhe und den Inhalt des neuesten Kinofilms kennt man nur aus den Erzählungen der Mitschüler, aber dafür gibt es die tolle Chance, dass jetzt endlich auch alle Mitschüler und Sportsfreunde erfahren, dass hier „Hartzi’s“ bzw. „(S)ChaföG’s“ unter ihnen sind.

Viele Eltern geraten in einen Gewissenskonflikt. Leistungen aus dem Bildungspaket beantragen und ein ganz klein wenig mehr auf dem Essenstisch oder nicht beantragen und dafür dem eigenen Kind die Möglichkeit lassen nicht als „Hartz IV’ler“ bzw. „(S)ChaföG“ abgestempelt zu werden.

Vielen Dank Frau von der Leyen, für diese wirklich tolle Chance für Eltern und Kinder.  (S)ChaföG. Ein wirklich kreativer Name für die (S)Chafe, die Sie über die – durch Verwaltungskosten in immenser Höhe – abgegrasten Weiden jagen.

Wenn die Verwaltungskosten wieder einmal steigen, was durch das Bildungspaket zu erwarten ist, haben Sie ja mit dem kreativen Gesetz einmal mehr die Chance die Peitsche zu schwingen und sich die Kosten über unmenschliche Sanktionen wieder hereinholen.

Und das ist sicher nur ein Bruchteil der Chancen, die dieses Gesetz fördert.