Eine unbequeme Wahrheit: EHEC Chronologie – Tag 19 der Berichterstattung

Rückblick in der EHEC Chronologie:
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EHEC – das (fehlende) Krisenmanagement

Das EHEC Krisenmanagement der Regierung steht unter Beschuss. Daniel Bahr scheint als Gesundheitsminister überfordert und Verbraucherschutzministerin Aigner stellt das von der Opposition kritisierte Vorgehen in der EHEC Krise schlicht als oppositionelles Geplänkel dar. Nett, wenn man bedenkt, dass es hier um das Leben vieler unserer Mitmenschen geht.

Eins ist klar: Ein gutes Projektmanagement sieht anders aus. Der gestern in Auszügen im WDR gezeigte Fragebogen für Erkrankte wirkt als sei er von Lobbyisten erstellt, die sich im Lager der EHEC Verursacher wähnen.
Wenn ein Fragebogen so aufgebaut ist: „Haben Sie in den vergangen Tagen folgendes verzehrt: Gurken Ο, Tomaten Ο, Blattsalate Ο … usw.“, dann schließt man natürlich von vorn herein vieles aus.
Warum ist die Fragestellung nicht offen, sodass der Patient frei angibt, was er getrunken und gegessen hat, wo er sich aufgehalten hat (Gaststättenbesuche, Bäder, Badeseen, usw.) und ob er Kontakt zu Tieren oder zu bereits an Durchfall Erkrankten hatte?

Nun gut: Was nicht ist, kann hoffentlich noch recht schnell werden.

EHEC – die Informationswege im Gesundheitswesen

Ein Artikel im Spiegel zeigt auf, wie langsam die Informationswege im Informationszeitalter sind, wenn es um unsere Gesundheit und gerade hier um EHEC geht. Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, wenn die Piratenpartei mehr Stimmen erhalten hätte.

EHEC Chronologie

Tag 19  – 07.06.2011

Die Behandlung der vielen HUS Patienten (die schwere Verlaufsform bei der EHEC Infektion) belastet die Krankenhäuser finanziell. Blutwäsche, Blutplasma – die Therapie ist aufwändig und teuer. So schreibt der Spiegel heute Kliniken fürchten den finanziellen Kollaps“. Im Focus lautet die Titelzeile „Krankenhäuser fordern Finanzhilfen wegen EHEC“. Für den fragwürdigen Impfstoff gegen die harmlose Schweinegrippe wurden Summen in den Sand gesetzt, über die man gar nicht mehr sprechen mag. Aktuell könnte die Regierung einmal eine sinnvolle finanzielle Unterstützung leisten.
Die heiße Spur der „Sprossen“ wird indes immer kälter.
In einer alten Sprossen-Probe im Kühlschrank eines Patienten fanden sich keine aggressiven Darmkeime.“ schreibt Focus heute Mittag.
Mit 150.000 Euro will die EU Landwirte entschädigen. Gemüsebauern geben ihren Schaden mit 400.000 Euro pro Woche an. Focus berichtet. „Die Situation der deutschen Gemüsebauern ist absurd: Mit teuren Tests beweisen sie, dass ihre Produkte Ehec-frei sind. Trotzdem bleiben sie auf der Ware sitzen und müssen sie dann auch noch teuer vernichten.“ schreibt der Spiegel

Seien wir gespannt, was der 20. Tag in der EHEC Berichterstattung bringt. Zumindest verzeichnete man wieder einen Rückgang der Neuerkrankungen. Es bleibt zu hoffen, dass nicht zur Wochenmitte ein erneuter sprunghafter Anstieg erfolgt. Spätestens dann sollten sich unsere EHEC Detektive vielleicht mal nach den Wochenendunternehmungen der Erkrankten erkundigen.

EHEC und HUS Zahlen aktuell:

EHEC-Erreger in Deutschland 05.06.2011

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