Von armen und reichen Sozialschmarotzern…

Was ist der Unterschied zwischen armen und reichen Sozialschmarotzern?

Beide erhalten Ihre Leistungen aus Steuergeldern. Bei beiden dürfen wir, das Volk, nicht darüber mitentscheiden, wieviel sie aus unseren Steuergeldern erhalten.

Aber es gibt neben der Höhe der Leistungen einen entscheidenden Unterschied zwischen beiden Gruppen:

Die reichen Sozialschmarotzer haben sich das Recht genommen ihre monatlichen Bezüge aus unser aller Steuergeldern für sich selbst zu erhöhen. Das geht unkonventionell und schnell. Man(n) bzw. Frau weiß ja schließlich, was man monatlich so braucht.

Aktuell haben unsere reichen Sozialschmarotzer deshalb ihre Diäten erhöht. Damit man sich nicht zu oft mit diesem Thema befassen muss, wurden gleich zwei Erhöhungen beschlossen. Ab Januar 2012 gibt es monatlich 292 € mehr. Ab Januar 2013 kommt noch einmal der gleiche Betrag hinzu. 584 € monatlich innerhalb nicht einmal zwei Jahren mehr. Tolle Kiste.

292 €, das ist genau 1 € mehr, als einem Volljährigen, der noch im Haushalt der Eltern lebt, als Existenzminimum in Hartz IV zugestanden wird.

Ab Januar 2012 erhält ein Abgeordneter statt 7.688 € dann 7960 € monatlich. Hinzu kommt – Stand 2011 – eine steuerfreie Aufwandspauschale von 3. 984 €, 1.000 € monatlich für Büromaterial und 14.978 € monatlich für Personalkosten, ab dem 1.8.2011 erhöht sich der Betrag für Personalkosten auf 15.053 €.

Haben Sie mitgerechnet? 28.797 € stehen einem reichen Sozialschmarotzer – also einem Abgeordneten – monatlich ab Januar 2012 zur Verfügung.

Ab Januar 2013 wird dann endlich die Schallmauer von 29.000 € monatlich durchbrochen.
Durchschnittlich beschäftigt übrigens jeder Abgeordnete zehn Mitarbeiter (vom Praktikanten über Teilzeitmitarbeiter bis hin zum Vollzeitangestellten), die ihn im Wahlkreis und in Berlin unterstützen.

Man munkelt, dass einige davon in Vollzeit das Material für die Doktorarbeiten der Abgeordneten sammeln.

Soweit die Gruppe unserer reichen Sozialschmarotzer, die sehr zu ihrem Bedauern aber auch für sie sehr unliebsame Aufgaben haben. Zum Beispiel die, die Ihnen das Bundesverfassungsgericht auferlegte, in dem es mit seinem Urteil vom 9. Februar 2010 – 1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09 – feststellte, dass die Regelleistungen nach SGB II („Hartz IV- Gesetz“) nicht verfassungsgemäß sind.

Zugegeben: Es ist natürlich weitaus schwerer zu beurteilen, was andere Menschen zum (Über-)Leben brauchen.

Deshalb hat es auch sehr lange gedauert, bis es hier überhaupt zu einer Einigung kam. Zuerst einmal haben unser Politiker ausgemacht, was die Menschen in Hartz IV nicht brauchen: Zum Beispiel Alkohol. Wäre ja noch schöner, wenn sich ein Hartz IV Empfänger beim Fussball-Länderspiel eine Flasche Bier trinkt. Der soll gefälligst nach der für ihn nicht vorhandenen Arbeit suchen oder wenigstens einer dieser netten Hungerlohnjobs annehmen, für die Lobbyisten der Wirtschaft sich in der Politik so stark gemacht haben.

Nach langem Tauziehen und Gezetere einigte man sich dann auf 5 € monatlich mehr ab Januar 2011, ein tolles Bildungspaket für arme Kinder, was sie endlich auch im Sportverein oder der Musikschule als das abstempelt, was sie nun mal sind: Kinder von Sozialschmarotzern. Und damit endgültig alle Stellen darüber Bescheid wissen, wer die Kinder von Sozialschmarotzern sind, wird künftig auch direkt das warme Mittagessen – sofern es das denn gibt – an die Schule gezahlt oder mit der Schule über die notwendige Nachhilfe für diese Kinder verhandelt.

Ist das nicht toll?

Naja, dass Brot-, Kartoffel-, Strom-, Sprit- und sonstige Preiserhöhungen weitaus mehr vom bisherigen Regelsatz auffressen, als die Erhöhung ausgleicht, ist natürlich schade. Aber ab 2012 gibt es dann ja noch einmal 3 € mehr. Vielleicht sogar 10 €?

Reicht immer noch nicht?

Dafür haben wir in Deutschland ja inzwischen richtig viele Tafeln und Sozialläden und mit ein wenig Glück sind die Mülltonnen der Lebensmittelketten nachts in einem nicht verschlossenen Areal zu finden.

Aber das können wir – das Volk, das nicht mitentscheiden darf – doch verstehen.

Wie soll so ein Politiker denn wissen, dass ein Volljähriger der im elterlichen Haushalt lebt, mehr braucht, als den Betrag, mit dem er – der Politiker – sich monatlich ab 2012 seine Diät erhöht hat?

Oder verstehen Sie, lieber Mitbürger, das etwa nicht?

Sehr zum Bedauern unserer Politiker, die lange Zeit machen konnten, was sie wollten und die es heute immer noch weiter versuchen, versteht das Volk mehr und mehr, was in dieser Welt nicht mehr mit rechten Dingen zu geht.

Warum sonst widerfährt einer eigentlich schon recht alten Idee neuer Ruhm? Eine Idee, die für mehr Gleichgewicht in der Gesellschaft sorgen könnte? Eine Idee, die frustierte Wähler wieder zu selbstbestimmten Menschen machen könnte, die sich einmischen. Einmischen in die Politik, die im Sinne der Gesellschaft und nicht im Sinne der Wirtschaft funktionieren sollte. Einfach weil die Wirtschaft nur ein Instrument im Sinne der Gesellschaft sein darf. Und zur Gesellschaft zählt jeder Mensch, egal welcher Herkunft, egal was er besitzt.

Netzwerke wie etwa Attac, Campact, Finance Watch, Transparency International u.w. sind ein Ausdruck dessen, was in den Menschen dieser Welt vorgeht.

Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Und die Politiker von Deutschland, die sich in der Welt gerade in ihrem Rum sonnen, dass sie so „wirtschaftlich“ erfolgreich sind, erhielten jüngst die Quittung durch den UN Bericht, der die soziale Lage in Deutschland abstraft.

Da hilft auch keine Pressemitteilung der Bundesregierung zur sozialen Lage in Deutschland etwas, die sich auf statistische Daten bezieht, die angeblich ein anderes Bild zeichnen. Glaube niemals einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Die Menschen dieser Welt brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit dieser Wahnsinn, der uns und diese Welt vernichtet, ein Ende findet.

Für alle, die sich noch nie ernsthaft mit dem Gedanken an ein bedingungsloses Grundeinkommen auseinander gesetzt haben, ist dieser Film sehr aufschlussreich:


[youtube]XqJjWe1QeUY[/youtube]

Grundeinkommen – Der Film – 1 Std., 39 Min.

Ein Gedanke zu „Von armen und reichen Sozialschmarotzern…

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