Duldung von europäischen Demos, aber nur bis zu einer bestimmten Teilnehmerzahl

Wenn man in den vergangenen Monaten genau hingeschaut hat, was Demonstrationen in Europa betrifft, dann gibt es im Sinne der Demokratie einen gewissen „Duldungsgrad“. Aber der hat eine Grenze, wenn der Protest zu groß und damit zu auffällig für die Weltöffentlichkeit wird.

Wir Deutschen geraten bei Demos eigentlich selten in die Gefahrenzone …

Seit Jahren denke ich „Was muss eigentlich noch passieren, damit die Deutschen in Massen auf die Straßen gehen und protestieren?“
Solidarität ist in unserem Land zu einem Fremdwort geworden oder warum haben sich die Bevölkerungsgruppen sonst so belullen und damit spalten lassen und sind nicht Seite an Seite gegen die grundgesetzfeindlichen SGB Paragraphen im Rahmen von Hartz IV auf die Straße gegangen?

Anti-Atom-Demonstranten sind ein gewohntes Bild, Stuttgart 21 war neu

Die Atom-Gegner als Demonstranten sind ein gewohntes Bild in Deutschland, erstaunlich war aber das enorme Polizeiaufgebot im letzten Jahr, wie ich von Anwohnern rund um Gorleben erfahren durfte. Sie schilderten es als „beängstigend“. – Warum auf einmal?

Stuttgart 21 der Zukunftsbahnhof, der ein Geldgrab ist, hat dann außer der Reihe ausgesprochen viele Bürger auf die Straße getrieben. Auch hier ein enormes Polizeiaufgebot, dass gegen Schüler und Rentner in einer erschreckend brutalen Weise vorging. – Warum das jetzt?

Und nun: Erst echte Demokratie und jetzt Occupy Wallstreet

Nach Stuttgart 21 mussten wir in die Welt schauen: Proteste in Frankreich, der arabische Frühling, die spanische Revolution (15m, democracia real ya), Proteste in UK, Proteste in Israel, Proteste in Italien, Proteste in Griechenland, Occupy Wallstreet, Occupy Deutschland … Ende offen

Scheint alles akzeptiert und in Ordnung, solange die Protestanten eine gewisse Zahl nicht überschreiten. Und längst nicht immer berichten unsere gekauften Mainstream Medien zeitnah und regelmäßig darüber.

Der Finanzexperte, den ich persönlich sehr schätze, Dirk Müller, gab kürzlich im Handelsblatt ein Interview, in dessen Verlauf er äußerte:

Was kann denn funktionieren?

Die Politik muss sich emanzipieren von den Banken. Es gibt riesige Apparate, riesige Ministerien. Da muss das Know-how hin. Das heißt aber auch, dass die Mitarbeiter besser bezahlt werden als bisher. Für Regionalliga-Gehälter bekomme ich keine Champions-League-Spieler. Wenn die Politik das nicht schafft, muss das auf Druck der Straße geschehen. Ich hoffe nur, dass das friedlich abgeht. Die Menschen spüren, dass etwas gewaltig schiefläuft. Die Proteste gehen gerade erst los, sie sind noch zaghaft, aber das kann sich schnell ändern. Auch die Montagsdemonstrationen in der DDR haben klein angefangen, auch auf dem Tahrir-Platz in Kairo haben wenige angefangen.

Hat Dirk Müller Recht oder unterschätzt er die derzeitigen Bestrebungen Demos zu unterbinden?

Wie war das am 15. Oktober im Zuge von Occupy Worldwide in Italien? Waren dort nicht mehr als 100.000 Menschen friedlich unterwegs, die von wenigen „autonomen“ aufgemischt wurden, womit man dann die ganze Demo auflösen konnte? Und waren nicht in Griechenland genausoviele Menschen friedlich unterwegs, um zu demonstrieren, die dann von 500 Radikalen aufgemischt, angegriffen wurden, damit die Polizei dann die gesamte Demonstration auflösen konnte?

Glauben Sie an Zufälle? Dann glauben Sie doch einfach auch an Märchen.

Hier wird aus meiner Sicht mit „bezahlten“ Trupps dafür gesorgt, dass zu große friedliche Demos mit offiziell notwendig begründetem Motiv beendet werden können.

Wir dürfen nicht aufhören auf die Straße zu gehen!

Als Deutsche müssen wir vielleicht überlegen, ob wir aufhören eine Bahnsteigkarte zu kaufen, bevor wir auf einem Bahnhof demonstrieren.

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